Unsere Ziele

Ziel der Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburgischer Ornithologen ist es, die Feldornithologie und Avifaunistik in der Region zu fördern (Geschäftsordnung). Dabei gibt es eine Arbeitsteilung mit der Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft, die in Berlin und der nächsten Umgebung des Stadtgebietes tätig ist. Die ABBO ist ein Landesfachausschuss des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Landesverbände Brandenburg und Berlin. Wesentliche Aktivitäten der ABBO sind:

  • Durchührung von Jahrestagungen mit Fachvorträgen aus der Region (jährlich Ende November)
  • Herausgabe der Zeitschrift "Otis" (ein Heft jährlich)
  • Unterstützung der Monitoringprogramme des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten DDA: Monitoring häufiger und seltener Arten, Wasservogelzählung
  • Sammlung von Beobachtungsdaten insbes. über ornitho.de
  • Herausgabe avifaunistischer Jahresberichte
  • Information der Mitglieder über Rundbriefe, Internet und über eine Newsgroup
  • Organisation von landesweiten Erfassungen ausgewählter Arten
  • Seminarangebote (z.B. Kartierungslehrgänge)
  • Sammlung und Archivierung von Literatur und unveröffentlichten Beobachtungsberichten
  • Dokumentation von Beobachtungen seltener Vogelarten durch die Avifaunistische Kommission (gemeinsam mit der Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft)
  • Die ABBO ist Mitglied des Vereins ProRing zur Förderung der wissenschaftlichen Vogelberingung.

Jeder an der Ornithologie in Berlin und Brandenburg Interessierte ist herzlich willkommen, bei uns mitzuarbeiten.


Der Vorstand

Der Vorstand der ABBO wird alle zwei Jahre neu gewählt. Aktuelle Vorstandsmitglieder (Stand November 2016, von links nach rechts):

  • Wolfgang Mädlow (1. Vorsitzender)
  • Steve Klasan (Beisitzer)
  • Simone Müller (Beisitzer)
  • Marion Szindlowski (Kassenwart)
  • Torsten Ryslavy (2. Vorsitzender)
  • Bodo Rudolph (Beisitzer)
  • Karsten Siems (Schriftführer)

Die Mailing Group Orni BB

Seit Oktober 2005 haben die ABBO (Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburgischer Ornithologen) und die BOA (Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft) die Mailing-Group Orni-BB eingerichtet, die dem Informationsaustausch unter Ornithologen in der Region dient. Zu einem Schwerpunkt des Forums haben sich aktuelle Meldungen über interessante oder besondere Beobachtungen entwickelt. Weiterhin werden Naturschutzfragen erörtert, Veranstaltungshinweise gegeben und alles was Ornithologen der Region interessiert, diskutiert.


Mitgliederversammlung und Rundbriefe

Einmal pro Jahr findet im Rahmen der Jahrestagung üblicherweise Ende November unsere Mitgliederversammlung statt. Außerdem geben wir zweimal jährlich einen Rundbrief heraus.



Bibliothek

Die ABBO-Bibliothek, die jahrelang von Hartmut Haupt betreut wurde, wird als Archiv für alle Veröffentlichungen und Unterlagen über die Vogelwelt Brandenburgs genutzt. Weiterhin enthält sie Publikationen, die der ABBO durch Tausch oder Schenkung zur Verfügung gestellt wurden. Sie ist im Mai 2016 von Beeskow ins Naturkundemuseum Potsdam umgezogen, in dessen Eigentum sie übergegangen ist. Ein Großteil der Zeitschriften und Bücher wurde mit der vorher bereits im Museum vorhandenen Bibliothek zusammengeführt und aufgestellt worden, so dass eine umfangreiche Fachbibliothek entstanden ist. Es wird derzeit daran gearbeitet, den Bestand digital zu erfassen, um den Katalog der Bibliothek im Internet verfügbar zu machen. Die Bibliothek des Naturkundemuseums ist nach Anmeldung und Terminverabredung öffentlich zugänglich. Eine Ausleihe von Büchern ist nicht möglich, aber es besteht die Möglichkeit, Kopien anzufertigen. Diese können von ABBO-Mitgliedern in vertretbarer Menge auch schriftlich angefordert werden. Die Kontaktadresse lautet: Naturkundemuseum Potsdam, Breite Straße 13, 14467 Potsdam, E-Mail: Dirk.Berger@rathaus.potsdam.de.

Download des Verzeichnisses der Bücher und Zeitschriften der ABBO-Bibliothek (Stand Januar 2016)

Geschichte

Als die ABBO am 19.1.1991 gegründet wurde, ging es nicht darum, etwas völlig Neues aus dem Boden zu stampfen. Vielmehr wurde der Notwendigkeit Rechnung getragen, eine Organisationsform zu schaffen, die den Ornithologen Brandenburgs die weitere Arbeit unter den neuen gesellschaftlichen Bedingungen ermöglichte.

In der DDR waren die Ornithologen in den Fachgruppen der Gesellschaft für Natur und Umwelt des Kulturbundes vereint, die bezirksweise in den Bezirksfachausschüssen zusammengeschlossen waren. Spätestens mit der Gründung der "Interessengemeinschaft Avifaunistik in den brandenburgischen Bezirken und Berlin" 1963 und der gemeinsamen Arbeit an der Avifauna entwickelte sich ein landesweiter Zusammenhalt, der durch gemeinsame Tagungen und brandenburgspezifische Publikationsmöglichkeiten weiter gefördert wurde.

Mit der politischen Wende 1989/90 stellte sich wie in fast allen gesellschaftlichen Bereichen die Frage nach der Zukunft der weiteren Arbeit. Schon Anfang 1990 wurde deutlich, dass die Mehrheit der Naturschützer und Ornithologen den Kulturbund und die Gesellschaft für Natur und Umwelt nicht mehr als Dach akzeptieren wollten. Im Naturschutzbereich wurde am 10.3.1990 der Naturschutzbund in der DDR und am 31.3.1990 der Landesverband Brandenburg gegründet, die zur neuen Heimat auch vieler Ornithologen wurden. Der Naturschutzbund war von vorne herein so angelegt, dass die Facharbeit in den verschiedenen Bereichen einen hohen Stellenwert bekommen sollte - ein Konzept, das bei der Vereinigung mit dem Deutschen Bund für Vogelschutz zum Naturschutzbund Deutschland bundesweit übernommen wurde. Nach der Auflösung des Zentralen Fachausschusses Ornithologie und dem Scheitern der zunächst beabsichtigten Gründung eines in Landesverbänden gegliederten Ornithologenverbandes der DDR am 24.3.1990 herrschte für die Ornithologen auch in Brandenburg zunächst ein organisatorisches Vakuum.

In Berlin entstanden schnell Kontakte zwischen den bisher vollständig getrennten Fachgruppen im West- und Ostteil der Stadt, die zur Gründung der "Berliner Ornithologische Arbeitsgruppe (BOA) e.V. am 9.10.1990 führten.

Die Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburgischer Ornithologen wurde am 19.01.1991 im Botanik-Hörsal in der Potsdamer Maulbeerallee gegründet. Nach der Verabschiedung einer Geschäftsordnung trugen sich am Ende der Gründungsveranstaltung 83 Personen als Gründungsmitglieder der ABBO in die vorbereiteten Listen ein, sieben weitere bekundeten als Nicht-NABU-Mitglieder ihr Interesse an einer Mitarbeit (die in der Geschäftsordnung ausdrücklich vorgesehen wurde). Bis zur ersten ABBO-Tagung wurde die Arbeitsgemeinschaft durch einen vorläufigen Vorstand ohne Ämterzuteilung geleitet. Als erster Vorsitzender wurde am 16.11.1991 Henry Hahnke gewählt.

Wesentliche Aktivitäten der neuen Arbeitsgemeinschaft waren: Einrichtung regelmäßiger Jahrestagungen mit Fachvorträgen aus der Region (erstmals am 16.11.91 in Berlin), Gründung der regionalen Fachzeitschrift Otis (Schriftleitung Prof. D. Wallschläger, erstmals 1993 erschienen), Gründung einer zentralen Beobachtungskartei und Herausgabe eines avifaunistschen Jahresberichtes (A. Bräunlich & W. Mädlow, erstmals für 1991), Einrichtung eines ABBO-Archivs mit Literatur und unveröffentlichten Beobachtungsdaten aus Brandenburg (bis 1997 im Naturkundemuseum Berlin, seitdem in Beeskow).

Eine der wichtigsten Ziele der ABBO war die Arbeit an der Neuauflage der Avifauna Brandenburgs. Nachdem die Arbeitsgemeinschaft 1994 die Herausgeberschaft von Prof. Rutschke übernommen hatte, wurden Artbearbeitungs-Entwürfe in Form von "Grünbüchern" vervielfältigt und an viele Ornithologen zur Durchsicht und Ergänzung verschickt. Auf dieser Grundlage konnte die "Vogelwelt von Brandenburg und Berlin" verfasst werden, die 2001 erschienen ist.

(gekürzt und ergänzt nach: W. Mädlow (2000): Zehn Jahre Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburgischer Ornithologen. Otis 8 2-6.


Ehrenmitglieder der ABBO

Anlässlich der Jahrestagung am 25.11.2006 in Petzow hat die ABBO erstmals drei Ehrenmitglieder ernannt, die sich in den letzten Jahrzehnten um die Ornithologie und Avifaunistik der Region besonders verdient gemacht haben.

Dr. Heinz Litzbarski war seit 1966 an der Zentrale für Wasservogelforschung in Potsdam tätig. Ab 1979 leitete er bis zu seiner Pensionierung die Naturschutzstation Buckow (später Staatliche Vogelschutzwarte) und befasste sich dort nicht nur mit dem Schutz der Grosstrappe, sondern unter anderem mit der Renaturierung von Grünland und dem Fließgewässerschutz. Er war langjähriger Vorsitzender des Bezirksfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz und gründete Bezirksarbeitsgruppen zum Artenschutz, Griefvogelschutz und Kranichschutz. Heiz Litzbarski war Mitherausgeber der Avifaunen von 1983 und 2001. 1990 war er Gründungsvorsitzender des NABU in Brandenburg, und er wirkte von 1991 bis 2003 im Vorstand der ABBO, zuletzt (seit 1999) als stellvertretender Vorsitzender.

Winfried Dittberner ist seit den 50er Jahren in unserer Region ornithologisch aktiv, über lange Jahre gemeinsam mit seinem 2006 verstorbenen Bruder Hartmut. Seit 1966 arbeitete er als Lehrer in der Uckermark und ist der "Entdecker" des Vogelreichtums im heutigen Nationalpark Unteres Odertal. Die Ergebnisse jahrzehntelanger Freilandarbeit haben in über 200 Publikationen ihren Niederschlag gefunden. Wohl kein anderer Ornithologe hat auf so breiter Basis wie die Dittberners zur Kenntnis der heimischen Vogelwelt beigetragen. Die Veröffnetlichungen behandeln einzelne Gebiete, faunistische Besonderheiten, zusammenfassende Analysen des Auftretens ausgeählter Arten und die Brutbiologie zahlreicher oft schwierig zu untersuchender Vögel. Seit 1990 war Winfried Dittberner Leiter der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Uckermark und gab deren Jahresberichte heraus.

Dr. Klaus Witt kam 1967 nach Berlin, nachdem er vorher in Göttingen und Freiburg ornithologisch tätig war. Er stieß dort zur Ornithologischen Arbeitsgruppe Berlin (West) und initiierte verschiedene PRojekte und Erfassungsvorhaben. Er wurde 1977 Leiter der Arbeitsgruppe und 1990 (bis 2006) Sprecher der Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft (BOA). Über viele Jahre war er die treibende Kraft hinter den Berliner Ornithologen, und Feldornithologie in Berlin ist ohne ihn kaum vorstellbar. Von 1987 bis 1997 war er Vorsitzender des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA). In der Wendezeit um 1990 trug er maßgeblich zur reibungslosen "Vereinigung" der Ornithologen aus beiden Teilen Berlins bei und half tatkräftig bei der Vorbereitung der ABBO-Gründung.