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Der Rotmilan


Rotmilan (Foto: Wolfgang Suckow)

Der DDA hat für 2011 und 2012 zu einer bundesweiten Erfassung des Rotmilans aufgerufen. Der Rotmilan hat seinen Verbreitungsschwerpunkt in Mitteleuropa und in Deutschland brütet etwa die Hälfte des Welbestandes; Deutschland trägt damit eine globale Verantwortung für diese Art. Laut Roter Liste (T. Ryslavy, W. Mädlow 2008) brüten in Brandenburg ca. 1200-1500 Paare mit langfristig leicht rückläufigem Trend (Weltbestand ca. 19-23.000 Paare nach Bauer et al., Kompendium der Vögel Mitteleuropas Band I, 2. Auflage 2005). Die letzte bundesweite Rotmilanerfassung wurde im Jahr 2000 durchgeführt, dabei wurden ca. 11.500 Brutpaare festgestellt (publiziert im Falken, abrufbar als PDF-Datei auf der Homepage des DDA). In Brandenburg waren es im Jahr 2000 1150-1300 Reviere (R. Altenkamp, Otis 12, 2004: S. S. 107-112, pdf (397kb)). Der deutsche Bestand ist nach den Ergebnissen des Monitorings Greifvögel und Eulen der MLU Halle auch weiterhin rückläufig. Als wahrscheinlichste Rückgangsursache gelten Veränderungen der landwirtschaftlichen Nutzung. Zusätzliche mögliche Gefährdungen bestehen durch den Ausbau der Windenergie sowie durch Nahrungsmangel im Winterquartier in Südwesteuropa.

Ziel der Kartierung ist es, auf einer möglichst großen Fläche den Rotmilanbestand zu erfassen. Hierzu sind insbesondere alle Greifvogelexperten aufgerufen, die in der Vergangenheit schon einmal eine Kontrollfläche bearbeitet haben. Diese Daten sind besonders wertvoll, da sie Vergleiche mit Vorjahren zulassen. Weiterhin sind natürlich alle ADEBAR-Kartierer aufgerufen, ihre Flächen speziell für den Rotmilan auch 2011 nochmal zu bearbeiten. Vielfach werden ja bereits Daten zu Revieren vorliegen, die die erneute Kartierungsarbeit für 2011 erleichtern. Der DDA schlägt für alle übrigen Kartierwilligen als Flächenbasis ein MTB-Viertel vor, also eine Fläche von etwa 30 km². Diese Fläche ist auch für den Anfänger, der neu in einem Gebiet ist, mit vertretbarem Aufwand vollständig zu kartieren. Bitte beachten Sie, dass für den Rotmilan in erster Linie Waldränder und Felgehölze, aber auch Baumgruppen und Alleen bis hin zu freistehenden Einzelbäumen als Horststandorte in Frage kommen. Die Hauptkartierungszeit fällt in den März, da hier die Altvögel bei der Balz recht auffällig und die Bäume noch unbelaubt sind.

Der DDA setzt die Priorität bei der Ermittlung von Revierzentren (Brutwälder) (Methode: Revierkartierung), um den Gesamtbestand zu bestimmen und weitergehende Analysen, z.B. zur Lebensraumausstattung, durchführen zu können. Es sollte aus verschiedenen Gründen jedoch immer versucht werden, den Bruthorst zu finden. Ein Feststellung, ob die Brut erfolgreich verläuft oder nicht, ist sehr wünschenswert, eine Bestimmung der Jungenzahl sollte jedoch nur im Rahmen von Beringungen vorgenommen werden. Die gefundenen Reviere sollten in Anlehnung an die Kriterien des Monitorings Greifvögel und Eulen der MLU Halle daher wie folgt klassifiziert werden:

A: Revier besetzt, sicher keine Brut

B: Revier besetzt, es war nicht sicher zu klären, ob gebrütet wurde oder nicht

C: Sichere Brut, Horst gefunden

C, n- : Sichere Brut, nicht erfolgreich

C, n+: Sichere Brut, erfolgreich, Jungenzahl durch Beringung ermittelt

C juv.? Sichere Brut: erfolgreich, Junge im Nest oder mind. 1 juv. sicher ausgeflogen, genaue Zahl nicht bekannt. Hier sollte angegeben werden, ob die Brut bis zum Ausfliegen der Jungen verfolgt wurde.

Weitere ausführliche Hinweise zur Methodik finden Sie im Leitfaden zur Rotmilanerfassung des DDA.

Die Kartierung in Berlin und Brandenburg wird durch Rainer Altenkamp koordiniert. Bitte setzen Sie sich mit dem Koordinator in Verbindung, wenn Sie eine Kontrollfläche, ein Messtischblatt oder einen Messtischblattquadranten übernehmen möchten. Eine frühzeitige zentrale Meldung ist vor allem wichtig, um Doppelkartierungen zu vermeiden.