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Wiesenweihenschutz in Brandenburg


Wiesenweihenmännchen bei der Nahrungssuche
Foto: Steffen Fahl, 08.07.2013 im Oderbruch

Die Wiesenweihe

Die Wiesenweihen sind mittelgroße, ca. 300 g schwere, schlanke Greifvögel mit einer Flügelspannweite von 105 bis 130 cm. Als Zugvögel überwintern sie südlich der Sahara in den afrikanischen Grassteppen und Savannen. Von April bis August sind die Vögel in ihren Brutgebieten anzutreffen. Ihre Hauptnahrung bilden Kleinsäuger (vor allem Feldmäuse) und Kleinvögel, sowie größere Insekten. In Deutschland brüten ca. 400 Brutpaare, davon in Brandenburg schätzungsweise 40 bis 50. Die Wiesenweihe ist in Brandenburg stark gefährdet (Rote Liste 2) und gehört zu den seltensten Greifvögeln. Ursprünglich lagen die Brutplätze in gewässerreichen Niederungen, Verlandungszonen von Seen und Feuchtwiesen. Durch den fortschreitenden Verlust dieser Lebensräume nutzen die Wiesenweihen zur Brut in zunehmendem Maße landwirtschaftliche Kulturen. Entscheidend für die Wahl des Brutplatzes ist die Höhe und Dichte der Vegetation während der Ansiedlungsphase im Mai. Besonders günstige Verhältnisse bieten zu diesem Zeitpunkt Wintergetreide (vor allem Gerste, Weizen, Roggen) und Luzerne. Vereinzelt brütet diese Vogelart auch im Raps und Saatgrasland, sowie natürlichen Habitaten.

Landwirte können helfen

Wiesenweihen legen 3 bis 5 Eier und bebrüten diese ca. 30 Tage. Zusammen mit der Nestlingszeit von ca. 30 bis 35 Tagen erstreckt sich die Brutperiode von Mitte Mai bis Mitte August, bis die Jungvögel selbständig werden. Somit benötigen die Bruten in Getreide menschliche Hilfe, da die Ernte beginnt, bevor die Jungvögel fliegen können. Das rechtzeitige Auffinden und Sichern der Nester stellt die einzige Chance für die Wiesenweihenbrut dar. Nur eine Zusammenarbeit von Naturschützern und Landwirten kann deshalb diese seltene Art retten.

Schutz der Nester

Rund um ein gefundenes Nest wird in Absprache mit dem Landwirt eine 50 x 50 m große Horstschutzzone abgesteckt und so lange nicht gemäht, bis alle Jungvögel fliegen können. Das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg zahlt dem Bewirtschafter für die Ertragsminderung und Mehrarbeit eine Entschädigung. Als Bodenbrüter sind die Eier und Jungvögel der Wiesenweihen durch zahlreiche Prädatoren (z.B. Rotfuchs und Wildschwein) bedroht. Um diese Gefahr zu reduzieren und zu verhindern, dass sich Lagergetreide über das Nest legt, hat sich in Brandenburg die Zäunung der Nester bewährt. Dafür stellt man vier je 1 x 2 m große Zaunfelder um das Nest. Die Brutvögel tolerieren die Zäunung problemlos und der Bruterfolg wird deutlich erhöht. Jeder Brutverdacht (Balzflug, Altvögel tragen Nistmaterial und Beuteübergaben) sollte an die unten stehende Adresse umgehend gemeldet werden, um fachlichen Rat einzuholen.


beringte Wiesenweihe im geschützen Nest
Foto: Simone Müller

Weitere Informationen zum Wiesenweihenschutz in Brandenburg finden Sie unter www.weihenschutz.eu.

Kontakadressen